Der Galgen von Beerfelden ist der größte und besterhaltene im Bundesgebiet, wenn nicht sogar in Europa. Drei schlanke Rotsandsteinsäulen von ungefähr 6 m Höhe, in einem Dreieck aufgestellt, bildeten das Hochgericht der Oberzent unter der Herrschaft der Grafen von Erbach.
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Bild Nr. galgen 0001 |
Der Galgen wurde 1597, also vor dem 30-jährigen Krieg, anstelle eines Holzgalgens errichtet und war somit im Jahr 1997 400 Jahre alt geworden. Die letzte Hinrichtung fand laut Überlieferung 1804 statt. Der Delinquent soll eine Zigeunerin gewesen sein, die für ihr krankes Kind ein Huhn und zwei Laib Brot gestohlen hatte. Vermutlich wurde sie nach damaligem Recht in flagranti ertappt, diesmal vielleicht wegen einer Bagatelle, dann aber für alle Indizien büßen sollte, ist in manchen Ländern bis heute noch nicht ungewöhnlich. In den Kirchenbüchern ist lediglich eine Hinrichtung im Jahre 1746 dokumentiert. Ehebruch und Diebstahl kosteten Adam Beisel aus dem Nachbarort Unter-Sensbach damals das Leben.
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Bild Nr. galgen 0002 der letzte Weg... |
Der gut ausgesuchte Platz des Galgens mit der grandiosen Umgebung war eine Verschärfung der Strafe. Der Missetäter sollte noch einmal die Schönheit der Welt erblicken, die er nun seiner Freveltaten halber verlassen sollte. Auch war die Massenhinrichtung ein Abschreckungsmittel für die Vorüberziehenden mit düsteren Plänen im Kopf. Das vor dem Hochgericht liegende, flach in die Erde gesenkte rote Sandsteinkreuz soll die Stätte der Absolution gewesen sein, wo der Delinquent seine letzte Beichte ablegen und den Trost der Geistlichen empfangen sollte. Dann wurde er ergriffen, ihm wurde der Strick um den Hals gelegt, er bestieg einen erhöhten Tritt, von dem er durch Henkershand heruntergestoßen und ins Jenseits befördert wurde.
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Bild Nr. galgen 0003 hier wurde ihm die letzte Beichte abgenommen |
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Bild Nr. galgen 0004 ein schöner Platz zum Sterben. |
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Bild Nr. galgen 0005 Hier wurde der Verurteilte “angehängt “. |
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Bild Nr. galgen 0006 es gibt sechs Hacken, an jedem Balken zwei, es konnten also gleichzeitig sechs Personen vom Leben zum Tode gebracht werden. |
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